Satellitenbild des Monats – April – Nationalpark Harz (Deutschland)

Nationalpark Harz (Niedersachsen/Sachsen-Anhalt) – Deutschland, aufgenommen von den Satelliten Sentinel-2A und -2C am 09.08.2015 und 13.08.2025

Das Satellitenbild des Monats April ist der vierte Teil unserer zwölfteiligen visuellen Reise und eröffnet den Themenblock „Spuren der Zeit – Landschaften und Städte im Wandel“. Mithilfe von Satellitenbildern dokumentieren und illustrieren wir darin langsame, eher schleichende Oberflächenveränderungen.

Das Bild zeigt das deutsche Mittelgebirge Harz an der Grenze von Niedersachsen zu Sachsen-Anhalt. Die Datengrundlage stellen die Satelliten Sentinel-2A und -2C. Die Falschfarbendarstellung basiert auf den Bändern 8A (Nahes Infrarot), 11 (Kurzwelliges Infrarot) und 4 (Rot). Detaillierte Informationen zur Satellitenbildaufbereitung und dem eingesetzten Sentinel-2-Komposit finden sich hier.

Bildkomposition

Im Zentrum des Bildes steht das Massiv des Nationalparks Harz. Durch die Falschfarbendarstellung lassen sich die unterschiedlichen Vegetationszonen klar unterscheiden. Die Bildmitte ist von einem zusammenhängenden Waldgebiet dominiert und erscheint je nach Zustand oder Baumart in tiefroten, dunkelbraunen bis hin zu leuchtend orangen Farbtönen. Umschlossen wird der Harz von seinem landwirtschaftlich geprägten Vorland, das als Mosaik aus hellgrünen, gelblichen und hellroten bzw. orangen Feldern erkennbar ist.

An den Gebirgsrändern heben sich Siedlungen wie Wernigerode und Blankenburg im Norden oder Osterode am Harz im Südwesten als blaugraue Flächen ab. In der Mitte des Parks ist der Tagebau Felswerke als weißgräuliche Struktur auszumachen. Markant sind zudem mehrere Stauseen, darunter der Granestausee und der Innerstestausee oben links im Bild sowie die Rappbode in der Bildmitte, deren Wasserflächen als tiefschwarze Strukturen hervortreten.

Fichtensterben und Borkenkäfer

Zwischen 2015 und 2025 erlebte der Harz einen signifikanten ökologischen Umbruch. Anhaltende Trockenheit und der dadurch begünstigte Borkenkäferbefall führten zum großflächigen Absterben der vorherrschenden Fichtenmonokulturen. Ein Vergleich der beiden Aufnahmen aus den Jahren 2015 und 2025 macht das Ausmaß dieses Waldsterbens deutlich. Während der Hochharz 2015 noch von dichtem Nadelwald geprägt ist, der auf den Aufnahmen als tief dunkelbraune Fläche erkennbar ist, ist der Fichtenbestand 2025, besonders im mittleren bis südlichen Bereich, fast gänzlich verschwunden. Die einst dunklen Zonen sind nun hell orange und grün gefärbt. Dieser Kontrast verdeutlicht den Wandel von Fichtenwäldern zu Kahlflächen sowie deren Besiedlung durch Pionierpflanzen.

Analyse mittels Satellitendaten

Neben dem klassischen Vorher-Nachher-Vergleich bieten multispektrale Satellitenbilder eine verlässliche Grundlage für automatisiertes, großflächiges und kontinuierliches Waldmonitoring. Durch die regelmäßige Analyse von Waldbedeckung und Waldzustand – etwa mithilfe der Vegetationsindizes NDVI und EVI sowie von Langzeittrends – lassen sich Veränderungen und Schäden frühzeitig erkennen und betroffene Flächen präzise quantifizieren.

Dank unserer umfassenden Expertise in der Analyse und Verarbeitung von Fernerkundungs- und Geodaten schaffen wir neue Perspektiven für ein präzises und effizientes Waldmanagement. Durch den Einsatz moderner KI-Technologien undautomatisierter Verfahren entwickeln wir maßgeschneiderte Lösungen – vom Waldmonitoring über Frühwarnsysteme bis hin zur Identifizierung von Wiederaufforstungspotenzialen.

Erfahren Sie mehr über unsere Wald- und Baumkartierung, sowie unser Produkt „Waldmonitoring“ und das dazugehörige Webinar.

Ein anderer Blick auf die Region

Die folgende Animation zeigt eine Überlagerung mit OSM-Daten. Die Kartendarstellung wurde mit dem terrestris OpenStreetMap-Premium-Dienst erstellt.

Satellitenbild des Monats April OSM Overall

Contains modified Copernicus Sentinel data (2015/2025)/ESA – created by mundialis

Satellitenbilder für Ihre Wand gibt es unter https://art-from-space.de