Die Sentinel-1-Mission ist Teil des europäischen Copernicus Programms und besteht aus mehreren Satelliten zur Erdbeobachtung. Die Satelliten sind mit einem Synthetic Aperture Radar (SAR) Instrument ausgestattet, das unabhängig von Tageszeit und Wetter Aufnahmen der Erdoberfläche liefern kann.
Für unsere Sentinel-1 Satellitenbilder lassen wir Level-1 Ground Range Detected (GRD) Daten über das Copernicus Data Space Ecosystem (CDSE) zu Level-2 BackScatter (CARD-BS) prozessieren. Damit erhalten wir Analysis-Ready Daten, die zwei Polarisationsbänder VV und VH enthalten in einer räumlichen Auflösung von 10 m. Polarisation beschreibt die Richtung des elektrischen Feldes einer Radarwelle, das entweder vertikal (V) oder horizontal (H) polarisiert sein kann. VV bedeutet, dass das Radarsignal vom Sensor des Satelliten vertikal gesendet und auch vertikal empfangen wird, während VH bedeutet, dass das Signal vertikal gesendet, aber horizontal empfangen wird. Je nach Struktur der Oberfläche werden Radarwellen unterschiedlich zurückgestreut, wodurch unterschiedliche Backscatter-Signale in den jeweiligen Polarisationen entstehen.
Für unser Satellitenbild erstellen wir ein RGB-Komposit aus den beiden Bändern. Dabei werden die Polarisationen VV (roter Kanal) und VH (grüner Kanal) sowie der Quotient aus VH und VV (blauer Kanal) den RGB-Farbkanälen zugeordnet. Dadurch werden Unterschiede im Radar-Backscatter verschiedener Oberflächen farblich sichtbar: Städte erscheinen typischerweise in roten und gelben Farben, Vegetation wird je nach Dichte in Gelb-, Grün- bis Türkistönendargestellt und Wasser erscheint blau bis schwarz, da es nur einen sehr schwachen Backscatter aufweist. Zudem ist im Gegensatz zu optischen Fernerkundungsdaten die Topographie deutlich besser zu erkennen.
