
Das Satellitenbild des Monats August ist der achte Teil unserer visuellen Reise und führt uns mitten in den Themenblock zur Analyse urbaner Räume. In diesem Monat richten wir den Blick auf Hamburg, das im Jahr 2025 mit dem „European City of Trees“-Award ausgezeichnet wurde.
Das Bild zeigt eine Aufnahme der nördlichen Hafenanlagen und der Innenstadt der Hansestadt Hamburg, aufgenommen vom europäischen Copernicus-Satelliten Sentinel-2. Durch die Kombination von kurzwelligem Infrarot (SWIR), schmalem Nahinfrarot (Narrow NIR) und rotem Licht erscheint gesunde Vegetation in leuchtenden Grüntönen. Versiegelte Flächen und Gebäude treten hingegen in Magenta-, Braun- und Grautönen hervor, während Wasserstraßen in Dunkelblau bis Schwarz dargestellt werden.
Bildkomposition
Im Zentrum der Aufnahme prägen die Binnen- und Außenalster sowie der geschwungene Verlauf der Norderelbe das Stadtbild. Dank der Infrarot-Falschfarbendarstellung wird das grüne Netz der Hansestadt sofort sichtbar: Ausgedehnte Oasen wie die historischen Wallanlagen mit Planten un Blomen, direkt westlich der Binnenalster, die Altonaer Parkanlagen am westlichen Rand des Ausschnitts oder der Hammer Park im Osten stechen als leuchtend grüne Inseln aus dem dicht bebauten Gefüge hervor. Zugleich ziehen sich entlang der Alsterarme, der Fleete und des dichten Straßennetzes grüne Bänder durch die Quartiere, was den reichen Baumbestand und die Straßenzüge voller Stadtgrün eindrucksvoll unterstreicht, die Hamburg den Titel der „European City of Trees“ eingebracht haben.
Diese ausgeprägte Begrünung steht in einem prägnanten Kontrast zur historisch stark verdichteten Innenstadt sowie den weitgehend versiegelten Logistik- und Industriearealen des Hafens im südlichen Bildteil, deren dunkle, feingliedrige Hafenbecken und Docks die enge Verzahnung von Wasser, Logistik und urbaner Struktur hervortreten lassen.
Hamburgs Stadtbäume im Klimawandel
Als „European City of Trees 2025“ nimmt Hamburg eine Vorreiterrolle beim Schutz und der Pflege seines Baumbestands ein. Insbesondere durch den gezielten Baumschutz auf Baustellen, das Monitoring von Baumkrankheiten sowie ein vorausschauendes Altbaummanagement konnte sich die Hansestadt von ihren Mitbewerberinnen abheben.
Allerdings setzt der Klimawandel mit zunehmenden Dürreperioden, intensiven Hitzeinseln und steigendem Schädlingsbefall den städtischen Bäumen extrem zu. Um urbane Wälder und Straßenbäume effektiv zu schützen und zu managen, reicht ein reiner Blick auf den Gesamtbestand nicht aus – Kommunen benötigen präzise Informationen über den Zustand jedes einzelnen Baumes. Wo stehen besonders gefährdete Altbäume? Wo fehlen Kronenflächen? Und wie entwickelt sich die Vitalität des Baumbestands über die Jahre?
Einzelbäume aus der Luft erkennen
Bei mundialis nutzen wir Fernerkundung und KI zur Einzelbaumerkennung: Auf Basis hochauflösender Luftbilder erfassen und lokalisieren wir Bäume flächendeckend und automatisiert und analysieren Parameter wie Kronendurchmesser und Vitalität.
Das Ergebnis: eine Datengrundlage für effizientes Baumkataster-Management, frühzeitiges Erkennen von Vitalitätsverlusten und gezielte Stadtplanung für ein klimaresilientes Grün.
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