

Das Satellitenbild des Monats Juli ist der siebte Teil unserer zwölfteiligen visuellen Reise. Es eröffnet den Themenblock „Städte – Urbanes Grün“. Im Fokus stehen urbane Maßnahmen als Antwort auf den globalen Umweltwandel: Wir zeigen, wie sich Gründächer, Bäume und städtische Vegetation mithilfe von Satellitenbildern und hochaufgelösten Orthophotos (DOP) sichtbar machen und analysieren lassen.
Die Bilder zeigen einen Ausschnitt der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Ausnahmsweise handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine klassische Satellitenaufnahme, sondern um zwei digitale Orthophotos aus den jährlichen Befliegungen des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Echtfarbendarstellung (RGB) bietet mit einer Bodenauflösung von 20 Zentimetern pro Pixel eine detailreiche Ansicht der städtischen Strukturen im Abstand von genau zehn Jahren.
Bildkomposition
Die beiden Bilder zeigen den Kö-Bogen-Komplex im Zentrum der Düsseldorfer Innenstadt. Das erste Bild aus dem Jahr 2013 ist von einer großflächigen, sandfarbenen Baustelle geprägt, die sich auf der Trasse des ehemaligen „Tausendfüßlers“ als breite Schneise von Norden nach Süden durch die Innenstadt zieht. Am oberen Bildrand sind die Baugruben neu entstehender Tunnel erkennbar. Westlich davon grenzt eine zweigeteilte, geschwungene Gebäudestruktur (Kö-Bogen I) direkt an die Wasserflächen des Hofgartens (links oben im Bild).
Auf der zweiten Aufnahme aus dem Jahr 2023 ist die Baustelle vollständig verschwunden. Anstelle der Sandflächen erstrecken sich nun helle Pflasterungen und neu angelegte Fußgängerbereiche, an den Bildrändern fertiggestellte, asphaltierte Tunnelein- und -ausgänge. Östlich der zentralen Achse stechen zwei markante, dreieckig angeschrägte Gebäude (Kö-Bogen II) hervor, deren Dach- und Fassadenflächen tiefgrün gefärbt sind: Das rechte trägt Europas größte Grünfassade, die Dachfläche des linken lässt sich als Liegewiese nutzen. Direkt darüber zeigt sich das Düsseldorfer Schauspielhaus mit seiner charakteristischen weißen Wellenstruktur und einer neu hinzugekommenen dunklen Dachbegrünung.
Urbane Transformation
Die Aufnahmen dokumentieren den Wandel weg von der autozentrierten Stadt der Nachkriegszeit hin zu einer neu belebten Innenstadt. Anlass für dieses umfassende Revitalisierungsprogramm war der Abriss des „Tausendfüßlers“ – einer sanierungsbedürftigen Hochstraße, die jahrzehntelang das Stadtbild zerschnitt. Durch die Verlegung der Verkehrsachsen in unterirdische Tunnel gewannen die Planer enormen oberirdischen Raum: Auf den neu entstandenen Freiflächen entstanden prestigeträchtige Architekturprojekte, ehemals asphaltierte Zonen wurden zu verkehrsberuhigten Fußgängerbereichen.
Das Projekt zeigt, dass nicht nur Neubauten wie der Kö-Bogen II, sondern auch historische Bauten wie das Schauspielhaus durch gezielte Begrünung funktional aufgewertet werden können. Diese Transformation geht über eine rein ästhetische Aufwertung hinaus: Indem die Dächer und Fassaden Regenwasser speichern und über die Verdunstung wieder abgeben, entfalten sie einen spürbaren Kühleffekt. Sie wirken lokalen Hitzeinseln entgegen und leisten so einen direkten Beitrag zur Gesundheitsvorsorge der Stadtbevölkerung. Das Areal ist ein Paradebeispiel dafür, dass anspruchsvolle Innenstadtentwicklung und moderne Klimaanpassung Hand in Hand gehen können. Mit Blick auf die globalen Klimaziele bleibt allerdings viel zu tun: Nennenswerte Effekte auf das gesamtstädtische Klima sind erst bei deutlich größerer Entsiegelung und Begrünung zu erwarten.
Gründächer aus der Vogelperspektive erkennen
Bei mundialis nutzen wir Orthophotos wie die oben gezeigten zur luftbildgestützten Ermittlung von Gründächern. Auf Basis aktueller DOP und 2,5D-Punktwolken erfassen wir große Gebiete flächendeckend und in kurzer Zeit – präzise, kosteneffizient und ohne aufwendige Vor-Ort-Inspektionen.
Das Ergebnis: umfassende Gründachkataster, die auch die genaue Fläche des begrünten Dachanteils ausweisen. Sie bilden eine wertvolle Datengrundlage für Kommunen, Stadtplanung und Klimaanpassung.
Satellitenbilder für Ihre Wand gibt es bei Art from Space und ama walls.