
Das Satellitenbild des Monats Juni ist der sechste Teil unserer zwölfteiligen visuellen Reise. Es schließt den Themenblock „Spuren der Zeit – Landschaften und Städte im Wandel“ ab und leitet zum nächsten Block über, der urbane Räume in den Fokus rückt.
Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Es handelt sich diesmal nicht um ein Satellitenbild – die Datengrundlage bildet ein hochauflösendes Luftbild aus den jährlichen Befliegungen des Landes Baden-Württemberg. Die Falschfarbendarstellung basiert auf den Bändern Rot, Grün, Blau und Infrarot, aus denen das Farbinfrarotbild (CIR) abgeleitet wird.
Bildkomposition
Im Zentrum des Bildes liegt die Stuttgarter Innenstadt. Dank der Falschfarbendarstellung lässt sich die in Rottönen erscheinende Vegetation klar von den grauen Flächen aus Beton und Asphalt abgrenzen. Unmittelbar ins Auge fällt dabei die charakteristische Topographie der Stadt: Steile Hänge umschließen das Stadtzentrum im Norden, Süden und Westen, während auf den Hochflächen dichte Wälder, in sattem Rot erkennbar, stehen. Im Zentrum des Bildes ist der Stuttgarter Hauptbahnhof mitsamt dem Großbauprojekt Stuttgart 21 zu sehen. Am südlichen Schienenende sind die markanten Baustellenkuppeln als hellblau-gräuliche Punkte, sowie der Fußgängertunnel durch die Baustelle als weiße Linie zu sehen. Ebenfalls auffällig sind das Fußballstadion und die umliegenden Sportanlagen rechts oben im Bild, nordöstlich des Neckars.
Urbane Überhitzung und Versiegelung
Seit den 1960er Jahren nimmt die Zahl besonders heißer Tage in Deutschland stetig zu. Städte sind dabei besonders stark betroffen: Wo Vegetation und offene Böden fehlen, entfallen natürliche Verschattung und die Abkühlung durch Verdunstung. Beton und Asphalt speichern tagsüber thermische Energie und geben diese nach Sonnenuntergang als Wärme ab.
In Stuttgart verschärft die Kessellage diesen Effekt erheblich. Bei sommerlichen Hochdrucklagen legt sich eine Glocke heißer Luft über die Stadt und eine urbane Hitzeinsel entsteht. Während das Umland abends rasch abkühlt, strahlen die versiegelten Flächen weiter Wärme ab und die umliegenden Hänge blockieren den kühlenden Luftaustausch. Bei anhaltenden Hitzewellen akkumulieren sich Wärme und Schadstoffe von Tag zu Tag, was ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.
Anschaulich lässt sich dieser Wandel am Beispiel Stuttgart 21 verfolgen: Die Tieferlegung des Hauptbahnhofs und die damit verbundene Umgestaltung großer Gleisflächen zählen zu den größten innerstädtischen Transformationsprojekten Deutschlands. Wie die entstehenden Flächen künftig genutzt werden, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob das Projekt zur klimatischen Entlastung der Stadt beiträgt oder die Hitzebelastung im Stuttgarter Kessel weiter verschärft.
Analyse bei mundialis
Auf Basis hochauflösender Luftbilder (DOPs) bietet mundialis Produkte an, die datenbasierte Entscheidungen in der Stadtplanung unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei die automatisierte, flächendeckende Erfassung innerstädtischer Versiegelung. Durch die Klassifikation verschiedener Oberflächentypen,von Verkehrsflächen bis hin zu Gründächern und urbaner Vegetation, lassen sich Versiegelungsgrade präzise quantifizieren und deren Auswirkungen auf Mikroklima oder Starkregenrisiko fundiert bewerten.
Mehr dazu in unseren Produkt zur innerstädtischen Versiegelung sowie in unserem Referenzen zur Oberflächenklassifikation. Zudem empfehlen wir zu diesem Thema unsere Webinare zur KI-gestützten Versiegelungsanalyse und Hitzestresskarten.
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