Franken – Deutschland, aufgenommen von den Satelliten Sentinel-2A und -2B am 14.08.2021 und 14.08.2022
Das Satellitenbild des Monats Mai ist der fünfte Teil unserer zwölfteiligen visuellen Reise.
Es führt den Themenblock „Spuren der Zeit – Landschaften und Städte im Wandel“ fort, in dem wir eher langsame Veränderungen der Erdoberfläche mithilfevon Satellitenbildern sichtbar machen.
Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus der Region Franken in Mitteldeutschland, an der nördlichen Grenze Baden-Württembergs zu Bayern. Die Datengrundlage für die zwei Bilder stellen die Satelliten Sentinel-2A und -2B. Die Darstellung erfolgt in Echtfarben auf Basis der Bänder 4 (Rot), 3 (Grün) und 2 (Blau). Detaillierte Informationen zur Bildaufbereitung und zum Sentinel-2-Datensatz finden sich hier.
Aufbau des Bildes
Der Bildausschnitt zeigt ein sehr diverses Oberflächenkomposit. Dunkelgrüne Flächen markieren ausgedehnte Waldgebiete, während dazwischen landwirtschaftliche Nutzflächen in hellgrünen, gelblichen und braunen Tönen erscheinen – je nach Bewuchs und Bearbeitungszustand. Urbane Gebiete zeichnen sich durch graue bis weißliche Strukturen ab, darunter Rothenburg ob der Tauber (mittig bis rechts oben) und Crailsheim (mittig am unteren Bildrand). Im linken Bildteil schlängeln sich von oben nach unten die Flüsse Kocher und Jagst als feine, dunkle Linien durch die Landschaft. Zusätzlich zerschneiden zwei Autobahnen als weißgräuliche, lineare Bänder die Szene: die A7 verläuft au der rechten Seite vertikal, die A6 horizontal im unteren Bildbereich; ihr Kreuz ist im unteren rechten Quadranten gut erkennbar.
Dürre 2022
Im Jahr 2022 erlebte Deutschland eine außergewöhnliche Dürre, die besonders Baden-Württemberg und Bayern schwer traf und unter anderem zu erhöhter Waldbrandgefahr, Grundwassermangel und Ernteverlusten führte. Auch wenn einzelne Jahre nicht isoliert dem Klimawandel zugeschrieben werden können, nehmen Häufigkeit und Intensität solcher Extremereignisse zu.
Der Vergleich mit 2021, einem vergleichsweise niederschlagsreichen Jahr, macht die Auswirkungen deutlich sichtbar: Während die landwirtschaftlichen Nutzflächen 2021 überwiegend in satten Grüntönen erscheinen, dominieren 2022 großflächig beige, weiße und hellbraune Farben – ein Hinweis auf ausgetrocknete Böden und verdorrte Vegetation. Besonders auffällig ist dieser Unterschied entlang der Flüsse sowie auf der rechten Bildhälfte. Auch die Waldgebiete wirken insgesamt weniger vital und zeigen teilweise bräunliche Ränder.
Analyse mittels Satellitendaten
Der Vergleich der beiden Aufnahmen verdeutlicht eindrucksvoll, wie klar sich Veränderungen in Landbedeckung und Landnutzung aus dem All erkennen lassen. Bei mundialis setzen wir daher gezielt auf die Auswertung von Satellitendaten – etwa aus Sentinel-2-Missionen – sowie auf darauf aufbauende Landnutzungs- und Landbedeckungsklassifikationen. Siebilden die Grundlage für automatisierte Analysen, Monitoring und Veränderungsdetektion – wie beispielsweise in unseren Projekten zur Ökosystemrestaurierung (HERMOSA) oder zur Überwachung von Nachhaltigkeitsstandards – auch in großen, schwer zugänglichen Gebieten.
Contains modified Copernicus Sentinel data (2022/2022)/ESA – created by mundialis
Satellitenbilder für Ihre Wand gibt es unter https://art-from-space.de