
Das Satellitenbild des Monats Oktober ist der zehnte Teil unserer visuellen Reise und richtet den Blick in den Süden von Asien. Diesen Monat blicken wir auf den schwimmenden Solarpark Omkareshwar im Khandwa Distrikt (Indien), welcher das größte Projekt seiner Art in Indien ist. Mit einer angestrebten Energieproduktion von 600 Megawatt wird der Solarpark einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Indien leisten.
Das Bild zeigt den Stausee der Omkareshwar-Talsperre die den Fluss Narmada andämmt, aufgenommen vom europäischen Copernicus-Satelliten Sentinel-2A. Durch die Kombination von nahem Infrarot (Band 8), sichtbarem rotem Licht (Band 04) und sichtbaren grünem Licht (Band 03) heben sich Vegetation, versiegelte Flächen und Wasserflächen hervor. Eine weitere Verarbeitung erlaubt das Hervorheben von Solarmodulen.
Detaillierte Informationen zur Satellitenbildaufbereitung und dem eingesetzten Komposit „Atmosphärische Durchdringung“ finden sich hier.
Aufbau des Bildes
Im Zentrum der Aufnahme treten die Solarmodule des Omkareshwar Solarparks in Indigoblau hervor. Die Modulfelder bedecken Flächen, die ein Vielfaches eines Fußballfeldes ausmachen. Rostbraune Areale zeigen die tieferen Bereiche des Stausees, hellere Flächen die flachen Gewässerbereiche. Besonders deutlich ist das an den angrenzenden Uferzonen zu erkennen.
Auf den Landflächen unterscheiden sich bewaldete, hier petrolblau dargestellte Areale von grasbewachsenen, bordeauxroten Flächen. Brachliegende Ackerflächen bewegen sich auf dem Farbspektrum um einen kastanienbraunen Farbton. In Cyan grenzen sich verdichtete Gebiete wie Städte von ihrem Umland ab. Als anschauliches Beispiel lässt sich das an der Stadt Indhawadi im oberen rechten Bildausschnitt sehen.
Ein Solarpark, der schwimmt
Schwimmende Solaranlagen entstehen auf Wasserflächen wie Stauseen und beanspruchen daher keine zusätzliche Landfläche. Das Wasser kann die Module kühlen, und die abgedeckte Wasseroberfläche kann die Verdunstung verringern. Das Wasser kann die Module kühlen, und die abgedeckte Wasseroberfläche kann die Verdunstung verringern. Gleichzeitig stellen Wind, schwankende Wasserstände und die Verankerung besondere Anforderungen an Planung und Betrieb. Wie empfindlich solche Anlagen auf Wetterereignisse reagieren, zeigte sich am 9. April 2024: Ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von rund 50 km/h beschädigte einen Teil der Anlage in Omkareshwar.
Der Park steht für eine größere Entwicklung. Indien verzeichnet ein starkes Wachstum im Sektor der erneuerbaren Energien und erzeugte bereits Mitte 2025 über 50% seines Stromes aus erneuerbaren Energien. Den Löwenanteil mit 185 Gigawatt machen Stromerzeugnisse aus Sonne und Wind aus. Im Jahr 2025 verfügte der Omkareshwar Solarpark über eine installierte Leistung von 278 Megawatt. Diese Entwicklung hängt mit dem stetigen Wirtschaftswachstum von Indien und dem daraus resultierenden steigenden Energiebedarf zusammen. Der Ausbau wird jedoch nicht nur von der Regierung vorangetrieben, sondern zu großen Teilen auch von privaten Unternehmen, welche die vorteilhaften politischen Rahmenbedingungen nutzen.
Die größten Solarparks in Indien schwimmen allerdings nicht, sondern befinden sich auf Landflächen wie beispielsweise der Bhadla Solar Park in Rajasthan mit einer Leistung von 2.245 Megawatt oder der Pavagada Solar Park in Karnataka mit einer Fläche von 53 km².
Anlagen dieser Größe effizient zu überwachen und nach Ereignissen wie dem Sturm von 2024 erste Schäden abzuschätzen, erfordert verlässliche, flächendeckende Daten. Sie werden von privaten und behördlichen Akteuren gleichermaßen benötigt.
Erfassung von Solarpotenzial
Bei mundialis nutzen wir Fernerkundungsdaten und eigene Softwarelösungen, um Solarpotenziale flächendeckend und automatisiert zu erfassen. Dafür extrahieren, analysieren und bewerten wir spezifische Parameter als Entscheidungsgrundlage für eine Vielzahl von Anwendungen.
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