Satellitenbild des Monats – September – Oslo (Norwegen)

Das Satellitenbild des Monats September ist der neunte Teil unserer visuellen Reise und richtet den Blick in den Norden Europas. In diesem Monat schauen wir auf Oslo, das 2019 zur Europäischen Grünen Hauptstadt ernannt wurde und in Sachen grüner Infrastruktur europaweit Vorbildcharakter hat. Neben einem stark vom Autoverkehr entlasteten Stadtzentrum bietet die Stadt eine Vielzahl grüner Erholungsgebiete in Form von Parks und Grünflächen.

Das Bild zeigt eine Aufnahme des Osloer Stadtgebiets und des angrenzenden Waldgürtels „Marka“, aufgenommen vom europäischen Copernicus-Satelliten Sentinel-2C. Durch die Kombination von kurzwelligem Infrarot (Band 11), schmalem Nahinfrarot (Band 8A) und rotem Licht (Band 04) heben sich Vegetation, versiegelte Flächen und Gewässer deutlich voneinander ab.

Detaillierte Informationen zur Satellitenbildaufbereitung und dem eingesetzten Komposit „Atmosphärische Durchdringung“ finden sich hier

Aufbau des Bildes

In dunklem Braunton zeichnet sich der bewaldete Höhenzug „Marka“ ab, der Oslo wie ein Ring umschließt. Nordwestlich schließen sich landwirtschaftliche Flächen in Amber an, die zum Aufnahmezeitpunkt noch grün bewachsen sind und dadurch farblich nah an die Waldflächen heranrücken. Besonders deutlich wird das am Fluss Lysakerelva im Westen: Seine sonnengelb gefärbte Ufervegetation markiert die Stadtgrenze zu den Nachbargemeinden, bevor er in den schwarz erscheinenden Lysakerfjord mündet.

Das suburbane Stadtgebiet zeigt ein breites Farbspektrum von Karmesinrot über Nachtblau bis Indigo-Violett. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich die Bebauung nicht über den Naturraum legt, sondern sich in ihn einfügt. Die nachtblauen Flächen darin sind Häuser mit ziegelroten Dächern, so auch der Hauptbahnhof im Zentrum. Grasgrün hervorgehobene Flächen sind dagegen keine Vegetation, sondern helle graue Infrastruktur wie Straßen, etwa im nördlichen Stadtteil Alna.

Grüne Stadt im Norden

Dass Oslo grün ist, zeigen auch die Zahlen: Mehr als zwei Drittel der Gemeindefläche bestehen aus geschütztem Wald, Gewässern und Landwirtschaft. Allen voran die Marka, die die Stadt wie ein grüner Ring umschließt. 95 Prozent der Einwohner*innen erreichen eine Grünfläche in maximal 300 Metern, oft über zusammenhängende Fußwege. Zu den bekanntesten Anlagen zählen der Slottspark rund um das Königliche Schloss, der Botanische Garten in Tøyen und der Mittelalterpark im historischen Stadtkern.

Auch jenseits klassischer Parks denkt Oslo grün mit: Im Programm „Bilfritt Byliv“ wurden zahlreiche innerstädtische Parkplätze zugunsten von Radwegen, Sitzgelegenheiten und kleinen Grünflächen umgewidmet. Damit dieser Kurs sich messen und ausbauen lässt, braucht es jedoch mehr als den Blick auf einzelne Projekte – Städte benötigen verlässliche, flächendeckende Daten darüber, wie sich ihr Grün über die Zeit entwickelt.

Erfassung urbaner Grünflächen

Bei mundialis nutzen wir Fernerkundungsdaten, um urbane Grünflächen flächendeckend und automatisiert zu erfassen: Wir extrahieren, analysieren und werten spezifische Parameter für eine Vielzahl von Anwendungen aus. In Kombination mit den kurzen Wiederholraten von Satellitenaufnahmen wie Sentinel-2 lassen sich so bereits frühzeitig Veränderungen im Stadtgrün feststellen.

Das Ergebnis: eine belastbare Datengrundlage für nachhaltige Stadtentwicklung und maßgeschneiderte Lösungen – von der reinen Bestandserfassung bis zur Bewertung gesundheitlicher Effekte von Grünflächen auf die Bevölkerung.

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